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Eine Trennung des Investment Banking Geschäftes vom Wealth Management bei der UBS ist in der Presse und bei einigen Vertretern der Finanzbranche ein immer wiederkehrendes Thema.
Diese Forderung ist in verschiedenen Medien im Verlaufe der Subprime Krise immer wieder aufgetaucht. Über plakative Aussagen kam man jedoch kaum hinaus. Dem Umstand, dass das Investment Banking ganz verschiedene Facetten (auch vom Risikoprofil her) beinhaltet und differenziert betrachtet werden muss, hat kaum einer dieser Journalisten Rechnung getragen. Es gibt im Investment Banking durchaus Bereiche, die zum Wealth Management komplementär sind, dienen sie doch den Kunden dieses Bereichs. Wir denken da zum Beispiel an das Corporate Finance Beratungsgeschäft auf hohem Niveau sowie das IPO Geschäft.
Wie so oft nimmt in der Schweiz die NZZ eine differenziertere Haltung ein als andere Medien. Sie schreibt in der heutigen Samstagsausgabe:
"Um das Kerngeschäft der Bank, die Vermögensverwaltung für wohlhabende Kunden, vor weiterem Schaden zu schützen, gilt es, die Ausrichtung dieser Geschäftseinheit zu korrigieren. Denn das Vorhaben als weltweit führender Vermögensverwalter gleichzeitig in die Liga der führenden amerikanischen Investmentbanken aufzusteigen, hat sich als kostspielige Illusion erwiesen - diese beiden Geschäftsbereiche sind zu unterschiedlich, als dass sie nebeneinander forciert werden könnten. Um dieses Problem zu lösen, ist es nicht zwingend, das Investment Banking auzulagern oder gar ganz abzustossen. Der Umstand, dass diese Geschäftseinheit riesige Verluste produziert hat, bedeutet nicht, dass man leichtfertig auf sie verzichten sollte. Ein Weg bestünde vielmehr darin, das Investment Banking gleichsam zu domestizieren und den Kunden des Wealth Management dienstbar zu machen."
Wir haben uns bei MarketObservation bereits im Herbst letzten Jahres mit der Natur von Investment Banken beschäftigt (kurz- und ansatzweise, wie es in Blogs in der Regel der Fall ist):
Nature of investment banks today and in the future
Schon damals haben wir darauf hingewiesen, dass dieses Geschäft differenziert betrachtet werden muss und nicht über eine Leiste geschlagen werden kann. Ein damals als Grundlage genommenes Paper von Forschern der Oxford Universität unterscheidet im Investment Banking zwischen hoch automatisiertem und somit stark systembedingtem Geschäft und dem Geschäft, das auf der Fähigkeit und "Kunstfertigkeit" (tacit knowledge) von einzelnen Bankern beruht. Dazu gehört unter anderem die ganze Corporate Finance Beratung, wie sie beispielsweise eine Bank wie Lazard auf höchstem Niveau betreibt. Mit Bestimmheit gibt es im Wealth Management der UBS Kunden, die solches Know how benötigen. Sind nicht solche Dienstleistungen auch wichtig für die Kundenbindung im Wealth Management Geschäft?
Das systembedingte Transaktionsgeschäft ist zu durchforsten. Auch hier kann nicht alles über eine Leiste geschlagen werden. Die riesigen Subprime Verluste bei der UBS sind ja weitgehend auch ein Problem der damaligen Führung. Auf den Jahresendbonus (oder gar Quartalsbonus?) schielende amerikanische Investment Banker wurden einfach an der zu langen Leine geführt. Wer eine solche Investment Banking Umgebung erlebt hat, weiss, wie rasch diese kurzfristigen Orientierungen zu einer kaum mehr zu stoppenden Eigendynamik führen.
Im Rahmen einer exzellenten Corporate Governance und mit einem exzellenten Risk Management ist es durchaus vertretbar, auch in diesem Geschäft sich bietende Geschäftschancen auszuloten und allenfalls zu ergreifen. Die UBS ist im Subprime Geschäft einer "me too" Strategie erlegen. Etwas mehr "Tacit Knowledge" hätte vielleicht das Desaster verhindern können. Mit Blick auf ein einfaches Finanz Cockpit hätten vielleicht die Verantwortlichen festgestellt, wieviel eigene Mittel in irgendeiner Form im amerikanischen Immobilienmarkt gebunden waren. Da hätten die Alarmglocken leuten müssen. Wer sich auf MarketObservation mit den verschiedenen Links und Beiträgen beschäftigt, wird feststellen, dass renommierte Ökonomen wie Shiller bereits seit Jahren mit Unterstützung von fundierten Analysen vor der "Real Estate Bubble" warnten. Wir wollen wieder einmal sein Buch "Irrational Excuberance" in Erinnerung rufen, welches unter anderem folgende Graphik beinhaltet:
Feb. 20, 2007: Book Recommendation: Irrational Excuberance of Robert J. Shiller
